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„Hermes & Aphrodite“

„Hermes & Aphrodite“ - Gregor Zootzky, 2013 „Hermes & Aphrodite“ - Gregor Zootzky, 2013

„Hermes & Aphrodite“ ist ein Zeichentrick-Kurzfilm aus dem Jahre 2013. Das Projekt wurde gefördert vom LVR, FFA und dem Filmbüro Bremen.

„Hermes & Aphrodite“ (Postkarte) - Gregor Zootzky, 2013

Uraufführung - am 23.Mai 2013 im Rahmen einer Tagesveranstaltung in Köln: Intersexuelle Menschen – Neben Frauen & Männern & anderen Geschlechtern…

Die Einteilung aller Menschen in Frauen und Männer scheint naturgegeben und damit eine der größten Selbstverständlichkeiten zu sein. Doch aktuelle Gender Studies wiederlegen diese Annahme. Die Veranstaltung „Intersexuelle Menschen. Neben Frauen und Männern & anderen Geschlechtern…“ belegt, dass die Annahme eines biologischen Geschlechts das Produkt kultureller Hervorbringung ist.

Nähere Informationen zu der Veranstaltung, die am 23. Mai 2013 in Kooperation zwischen dem NS-Dokumentationszentrum Köln, der Heinrich Böll Stiftung NRW und dem Kölner Künstler und Filmemacher Gregor Zootzky stattfinden wird, entnehmen Sie bitte dem Flyer.

 

Synopsis des Films

Bis zur Pubertät, dachten alle Sascha sei ein Mädchen.

„Hermes & Aphrodite“ - Gregor Zootzky, 2013 „Hermes & Aphrodite“ - Gregor Zootzky, 2013 „Hermes & Aphrodite“ - Gregor Zootzky, 2013

„Hermes & Aphrodite“ erzählt die Geschichte von dem Kind Sascha, von dem alle bis zur Pubertät denken, es wäre ein Mädchen. Sascha vertraut sich seiner Mutter an. Gemeinsam sucht die Familie einen Arzt auf, welcher das Kind untersucht und ein Zwischengeschlecht „diagnostiziert“.„Hermes & Aphrodite“ (Postkarte) - Gregor Zootzky, 2013Er plädiert für eine medizinische Maßnahme, welche Sascha physisch zu einer Frau werden lassen sollte. Die Eltern sind unwissend, wünschen sich aber ein möglichst „normales“ Leben mit Sascha. Völlig unverstanden verschafft Sascha seiner Wut und Angst Ausdruck und läuft schockiert weg von den Eltern, kehrt den medizinischen Plänen den Rücken.

In einem fabelhaften Wald kommt Sascha wieder zu sich und wird von einem Schamanen in den Bann gezogen, der die Sage des Hermaphroditos aus der griechischen Mythologie erzählt. Der Film zeigt, dass geschlechtliche Vielfalt nichts Ungewöhnliches ist und sowohl bei den Menschen, als auch bei den Tieren und den Pflanzen vorkommt.
Wir müssen nur die Türen im eigenen Kopf öffnen.
Zur Entstehungsgeschichte des Films klicken Sie hier!

An essay from Bosch Fàbregas, Mariazell-Eugènia here!

 

Was ist Intersexualität?

„Hermes & Aphrodite“ - Gregor Zootzky, 2013 „Hermes & Aphrodite“ - Gregor Zootzky, 2013 „Hermes & Aphrodite“ - Gregor Zootzky, 2013

Der Begriff Intersexualität bezeichnet biologische Besonderheiten der Geschlechtsdifferenzierung. Intersexuelle Körper weisen deshalb Ähnlichkeiten mit dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht auf. „Hermes & Aphrodite“, LogoDie „klassische“, wohl auch seltenste Form ist der Hermaphroditismus verus: Die gleichzeitige Entwicklung der inneren und äußeren weiblichen und männlichen Geschlechtsmerkmale. (Quelle: Intersexuelle Menschen e.V.)

Es handelt sich also um Menschen, deren geschlechtliches Erscheinungsbild von Geburt an, hinsichtlich der Chromosomen, der Keimdrüsen und der Hormonproduktion nicht nur männlich oder nur weiblich erscheint, sondern offenbar eine Mischung aus beiden darstellt. Dies hat weitreichende Folgen für die Entwicklung des Körpers, der Genitalien sowie der juristischen und individuellen Identität in einer Gesellschaft, die bisher nur Mann und Frau als Kategorien anerkannte.

 

Technische Daten zum Film „Hermes & Aphrodite“

FSK: ab 0 Jahren, ohne Atersbeschränkung
Länge: 00:09:50 min.
Farbe: Color
Format: 16:9
Vorführformate: 35mm, dcp, mov. DVD, Blue Ray

 

Produktionsstab:

Produktion, Regie, Autor, Designer, Storyboard, Layout: Gregor Zootzky
Animation: Edgar Pohl, Anna Jäger-Hauer, Jahangir Dermani, Dagmar Gebert
Pre- & Produktionszeichner: Magda Wel (Karczewska), Pauline Flory, Julia Shell
Koloration: Thure Rötgers, Nicole Doering, Bojan Sarenac, Veronika Broscheid
Technische Bearbeitung und Compositing: Rüdiger Lensing
Musik: André Feldhaus
Additionale Musik: Rainer Riehn
Sounddesign: Fabian Teichmann
Tonmischung: Rolf Seidelmann

„Hermes & Aphrodite“ - Gregor Zootzky, 2013 „Hermes & Aphrodite“ - Gregor Zootzky, 2013

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

HTB-Steuerbüro am Park, Wagner-Halbe Rechtsanwälte, Copyshop Cologne (im Unicenter), Zone 4 GmbH, Animagix Media AG

 

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„Psst pp Piano“ –
Hommage an Mary Bauermeister

Zum Film „Psst pp Piano“ – Hommage à Mary Bauermeister

Zur offiziellen Homepage vom Film „Psst pp Piano“

„Psst pp Piano“ - Nam June Paik „Psst pp Piano“ - von links: Helms, Paik, Patterson, Cage, Bauermeister, Stockhausen „Psst pp Piano“ - Contre Festival

“Psst pp Piano – Hommage á Mary Bauermeister”, ein Animationsfilm von Gregor Zootzky, gefördert vom LVR und der Filmstiftung NRW. Die Premiere im NRW-Filmforum wurde vom Kulturamt der Stadt Köln unterstützt. Länge: 10:48 Minuten. Musik und Sounddesign von Simon Stockhausen.

Im September 2009 wurde die Kölner Künstlerin Mary Bauermeister 75 Jahre alt. Grund genug für den Filmemacher Gregor Zootzky, über die Rolle nachzudenken, die Mary Bauermeister für das Erstarken einer künstlerisch-musikalischen Avantgarde unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg in Köln spielte.

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Mary Bauermeister und die internationale Avantgarde

Mary Bauermeister kam nach kurzen Studienaufhalten in Ulm und Saarbrücken Ende 1959 nach Köln zurück und mietete das Dachgeschoß in einem sehr eleganten Neubau in der Lintgasse 28. Dort veranstaltete sie 1960 und 1961 Ausstellungen und Konzerte. Legendär wurde Bauermeisters Contre Festival, das sie parallel zum ‘Weltmusikfest der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik’ (IGNM), das 1960 in Köln stattfand, veranstaltete. Sie nahm die jungen Komponisten auf, die vom offiziellen Festival abgelehnt wurden und legte ihre Konzerte in den späten Abend, so dass alle Musikinteressierten nach den IGNM-Konzerten in das Atelier Lintgasse kommen konnten, um dort die internationalen Speerspitzen der Neuen Musik zu hören.So kam es, dass sich Gäste wie John Cage, Nam June Paik, David Tudor, Sylvano Bussotti, Cornelius Cardew, Karlheinz Stockhausen und viele andere in Bauermeisters Atelier einfanden.

„Psst pp Piano“ - Postkarte mit der weichen Uhr von Salvador Dali

Im Zentrum des Films steht ein Abend, der sowohl in die Musik- als auch in die Kunstgeschichte als einer der größten “Vatermorde” eingegangen ist: Der Koreanische Musiker und späterer Performance- und Videokünstler Nam June Paik shampooniert seinem großen Vorbild John Cage die Haare und schneidet ihm die Krawatte ab. Diese Attacke auf Cage, die völlig unvorhergesehen kam und Cage zutiefst erschütterte, war für Paik ein wichtiges Ritual. Paik, der eine klassische Musikausbildung genossen hatte und sich als Komponist verstand, beschloss zu dieser Zeit, seine Karriere als Komponist zu beenden, da er den Eindruck hatte, niemals an seine großen Vorbilder Cage und Stockhausen herankommen zu können. Der Schnitt durch die Krawatte von Cage bedeutete für ihn sozusagen einen Einschnitt in sein eigenes Leben, seine Laufbahn als Künstler. All seine Enttäuschung und Wut über das eigene ‘Versagen’ kam in dieser Aktion zum Ausdruck.

Die im Film gezeigte Performance von Paik spiegelt aber noch einen zweiten wichtigen Aspekt des Films: die Radikaliät der Avantgarde als Reaktion auf die Erlebnisse der Kriegs- und Nachkriegszeit. Paik spielte zunächst Chopin, um die Zuhörer in Musik einzuhüllen, die sie kannten und die ihnen Sicherheit gab. Plötzlich sprang er auf, stürzte das Klavier um und begann, das Publikum mit gespielten Maschinengewehrsalven zu attackieren. Auf diese Weise kritisierte er das hartnäckige Schweigen der Deutschen über die Gewalttaten des zweiten Weltkriegs. In diesen Zusammenhang gehört auch der Auftritt des Schriftstellers Hans G Helms, der im Atelier sein Buch Fa:m’ Ahniesgwow, dessen Idiom aus 28 verschiedenen Sprachen kompiliert wurde, vorstellte. Neben einer ungefähr zu erkennenden Liebesgeschichte thematisiert das Buch vor allem die Gewalt, Zerstörung und Unterdrückung, die Helms als Jude während des Krieges erlebt hatte. Mit seinen Rückgriffen auf Dada Zürich, die Surrealisten und die Nouveau Réalistes zu Beginn des Films, bettet Zootzky das Atelier Bauermeister in den Kontext der klassischen Avantgarden ein. Auch die Dada-Künstler in Zürich begegneten dem gewalttätigen Abschlachten tausender Menschen im ersten Weltkrieg mit beißendem Zynismus. Je brutaler und absurder der Krieg wurde, umso grotesker wurden die Veranstaltungen im Cabaret Voltaire. Es entstanden die ersten Lautgedichte, die Hugo Ball in einem absurden Kostüm dem Publikum entgegen brüllte. Das Bürgertum mit seiner biederen Kunstauffassung und seinem fest gefügten Geschmack wurde ebenso attackiert und bloßgestellt, wie Paik dies in seiner Performance 1960 wieder tat. Die Spiegelung der Gewalt des Krieges in den Aktionen der Künstler ist von Anfang an ein wichtiges Thema des Films.

Kerstin Skrobanek M. A.

 

>>Von Dada zu Fluxus<<

„Psst pp Piano“ - Siegmund Freud, René Magritte, Marcel Duchamp, Giorgio de Chirico „Psst pp Piano“ - Mary Bauermeister, 1934 „Psst pp Piano“ - Hitler und Medien

Ein Animationsfilm von Gregor Zootzky, produziert im Jahre 2009, anlässlich Mary Bauermeisters 75sten Geburtstags, gefördert vom LVR Rheinland und der Filmstiftung NRW. Die öffentliche Erstaufführung war am 20.09.2009 im NRW Filmforum, gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln.

Der Kurzfilm führt durch die kunsthistorische Vergangenheit, ab den Dadaisten im Cabaret Voltaire in Zürich (im Film ab 1916) bis hin zu den Präfluxus-Aktivitäten, im Atelier Bauermeister 1960/61 in Köln.

„Psst pp Piano“: „leise, leise, leise“, „Pssssssssst“ für „Stille“; „pp“ , die Abkürzung für Pianissimo – „leise“ – in der notierten Musik, und „Piano“ als Bezeichnung für das Instrument und die Lautstärke. Dem Titel liegt die Ironie des Gegenteils zu Grunde. Er ist eine Hommage an alle Künstler der Avantgarde und besonders eine an Bauermeister, durch die ich mit dem Thema Präfluxus in Berührung kam.

„Psst pp Piano“ - FBW Kurzfilm des Monats; Prädikat besonders wertvoll

Die im Film dargestellte Performance, in Bauermeisters Dachatelier, ist die Komposition „Hommage à John Cage“ von Nam June Paik, aus dem Jahr 1960. Die „Hommage an John Cage“ ist eine Hommage an Cage und gleichzeitig der Titel des Werkes. Normalerweise trug Cage, laut Musikkritiker Heinz-Klaus Metzger, keinen Anzug, aber an dem Tag trug er einen – zu Ehren von Paik, zu Ehren von Mary, als Scherz, wir wissen es nicht genau. Seine Krawatte war, laut Bauermeister, ein Geschenk von Shunryu Suzuki, einem Zen Buddhisten.

Im Herbst 2006 begleitete ich Mary Bauermeister für eine Woche nach Sindelfingen, um ihr beim Einrichten der Ausstellung, „Atelier Mary Bauermeister, Legende Paik“, von Dr. Ingrid Burgbacher-Krupka, in der städtischen Galerie zu assistieren. In dieser Zeit keimte bei mir die Idee zum Film. Für die Wiederinszeniereung der „Originale“, von Stockhausen und Bauermeister im Jahre 1961 geschaffen, reiste auch Hans G Helms an. Die Begegnung mit Helms war mir sehr wichtig. Als ich ihm später in Berlin, in seiner Wohnung, mein Drehbuch und mein Storyboard vorstellte, machte er zwei Anmerkungen, die ich visuell in den Film eingebaut habe. „Ich vermisse das schreiende Maul von Hitler und die Medien.“ Und „Das deutsche Volk hat die Juden nicht ermordet, das hat sie beklaut.“

Der einstige Direktor des Nam June Paik Art Centers in Korea, Youngchul Lee, war mit seiner Assistentin Claudia Pestana, zur Produktionszeit des Films in Köln auf einer „Recherche-Reise“ für die Ausstellung „EXPostion of mythology – ELectronic technology“. Ihn interessierte „psst pp Piano“ sehr und er zeigte den Trailer und später den fertigen Film in der Ausstellung. Beim gemeinsamen Abendessen von Youngchul, Claudia und mir, in einem Lokal mit traditioneller Kölner Küche, wie Sauerkraut, Würstchen und Kölsch, wurden Gedanken geteilt und besprochen, wie zum Beispiel, dass Paiks Aussage „On a rainy day, count the waves of the rhine“, als einer der ersten Hinweise auf seine spätere Arbeit mit den TV´s gilt. Der Mond ist in Paiks Arbeiten ein Hinweis auf das Matriarchat, so wie ich es verstanden habe. Dreizehn Mondzyklen entsprechen den Menstruationszyklen der Frau und ergeben ein Jahr – dreizehn Monitore, dreizehn Mondphasen (eine Arbeit von Paik). In meinem Film ist während Paiks Aufführung mehrmals der Mond zu sehen. Das Gespräch mit Youngchul und Claudia bestätigte mein Stimmungsbild.

Von 2004 bis 2010 fertigte ich einige Videodokumente von Marys Aktionen und Ausstellungen an, sowie von Zeitzeugen durch Interviews. Ich betrieb Recherche für den Film mit der Kamera.

2008 zur Eröffnung des Nam June Paik Art Centers in Süd-Korea, in einem Luxushotel in Seoul, gab Mary mir eines Abends einen Notizblock, auf dem sie nach einer schlaflosen Nacht ihre Einfälle zum Atelier in der Lintgasse notiert hat. „Lass dich davon inspirieren“ waren ihre Worte. Dann übergossen wir zwei Schalen feurig-scharfe asiatische Instantnudelsuppen, mit kochendem Wasser und aßen die Nudelsuppe.

Folglich schrieb ich Ende 2008 das Drehbuch zum Film, und Dank der Förderungen und der vielen talentierten und helfenden Hände, realisierte ich innerhalb von 9 Monaten den Kurzfilm, der als 35mm Kopie am 20.09.2009 mein Atelier verließ und seine Premiere feierte. Ich habe mit und von Mary gelernt, weshalb ich ihr diesen Film gewidmet habe.

Gregor Zootzky

 

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Schriftanimation
„Interview mit Mary Bauermeister“

Eine Zusammenarbeit von Tania Parovic und Gregor Zootzky

„Schriftanimation - Interview mit Mary Bauermeister

Dieses Video entstand im Jahre 2004 anlässlich Mary Bauermeisters 70sten Geburtstags. Die Präsentation war in den alten Räumlichkeiten der Galerie Schüppenhauer, auf der Bismarckstrasse in Köln. Zur Ausstellung erschien der Katalog „All things involved in all others“ (Hrsg. von Christel Schüppenhauer) inklusive einer Audio CD mit dem vollständigen Interview von der Dauer über einer Stunde.

Zum Video
Schriftanimation „Interview mit Mary Bauermeister“

 

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